
Auf einer kurzen Runde zum Training begegnet mir ein farbenfroher Vogel – und ich frage mich: Wer hat die Haare schöner?
Kurze Trainingsrunde mit dem Gravelbike. Ich nehme immer dieselbe Schleife, weil sie kurz genug ist, um nicht lange drüber reden zu müssen, und weil ich meine Zeiten schön in eine Tabelle eintragen kann – die niemand außer mir je sieht. Heute war ich kaum zehn Minuten unterwegs, als ich bremste.

Auf einem dünnen Ast saß ein Vogel, wie ich ihn hier noch nie gesehen hatte. Leuchtend orange der Körper, der Kopf tiefschwarz, die Flügel schwarz mit weißen Streifen – ein fliegender Kontrast. Ich rollte langsam näher, das Klicken der Pedale stellte ich ab. Er drehte den Kopf, als wollte er mein Rad begutachten. Vielleicht hatte er auch einfach nur keine Lust, für mich zu posieren, aber er blieb sitzen.
Seine Federhaube stand leicht ab, fast wie eine mit Gel gestylte Frisur. Da kam mir der Gedanke – und ich frage jetzt einfach mal euch:
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Wer hat die Haare schöner?
Ich weiß nicht, wie lange ich so dastand. Lang genug, dass meine Pulsuhr nachfragte, ob das Training noch läuft. Irgendwann flog der Vogel davon, ohne auf mein Kompliment für seine Haarpracht zu warten. Ich trat weiter in die Pedale, die Beine etwas schwerer als vorher, aber der Kopf voll mit Orange.
Das war's dann auch schon. Ein bunter Gast, der mich kurz aus dem Tritt brachte – und wer weiß, vielleicht hat er mein Training sogar verbessert. Erwartungswert hin oder her, solche Momente sind nicht messbar.
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