
Am Vorabend entstand dieses stimmungsvolle Foto der Landschaft bei Peiting. Am nächsten Morgen unternahm ich meine tägliche Übungsrunde mit dem Fahrrad über 10,1 Kilometer. Dabei begegnete ich zwei jungen Füchsen, die noch recht zutraulich wirkten. Die Temperaturen waren angenehm kühl. Eine gelungene Kombination aus entspannter Abendrunde und lebhaftem Start in den Tag.
Die tägliche Radrunde führt mich jeden Abend durch dieselben Felder, und jeden Abend sehen sie anders aus. Diesmal war es ein Sonnenuntergang, der sich Zeit ließ – erst ein blasses Gelb über den Ähren, dann langsam Orange, als ob der Himmel selbst nicht recht wusste, wann Feierabend ist.

Mitten auf dem Feld stand ein einzelner Baum, leicht schief, als hätte ihn jemand zur Probe dort hingestellt und dann vergessen. Die Silhouette so klar, dass man meinen konnte, sie sei mit der Schere ausgeschnitten. Die Getreidehalme davor wogten sacht im Abendwind – eine Bewegung, die kein Foto einfängt, aber dieses hier kommt verdammt nah dran. Carl Spitzweg hätte den Baum mitsamt seinem leichten Senkfuß wahrscheinlich irgendwo am Wegesrand postiert, mit einem Handwerksburschen darunter und einem Mond darüber.
Ich stand eine Weile auf dem Feldweg, das Fahrrad neben mir, und dachte an gar nichts Bestimmtes. Die Temperaturen waren noch angenehm, die Luft roch nach trockenem Stroh und dem Versprechen, dass es morgen wieder so wird. Irgendwo in der Ferne bellte ein Hund, aber der störte nicht, der gehörte einfach dazu. Ein Foto, das nichts weiter sagt als: Dieser Tag war in Ordnung.
Am nächsten Morgen setzte sich die Routine fort – mit einer unerwarteten Begegnung.
Die tägliche Übungsrunde startet inzwischen fast von allein, kaum dass der Kaffeepegel stimmt. Heute Morgen war die Luft noch angenehm frisch, das Licht weich über den Feldern, und die üblichen zehn Kilometer rollten sich fast ohne mein Zutun ab. Kurz vor dem kleinen Wäldchen dann die einzigen Zeugen, die meine Runden je wirklich mitbekommen: zwei junge Füchse, die mitten auf dem Weg standen, als hätten sie die Strecke reserviert. Einer von ihnen legte den Kopf schief, der andere setzte sich einfach hin und beobachtete, wie ich näher kam – kein Rückzug, kein Drama, eher ein stilles, gegenseitiges Abwägen. Eine halbe Minute lang gehörte der Weg nicht mir und auch nicht meiner morgendlichen Kilometerzählung, sondern diesen beiden, die offenbar gerade etwas über Radfahrer lernten. Dann tappten sie gemächlich ins Gebüsch, und ich trat wieder in die Pedale, ein bisschen leiser als zuvor.
Quiz
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